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Nachhaltigkeit & Technologie

Branchenführer bauen die gesamte Wertschöpfungskette für die Wasserstoffmobilität europaweit aus

Von links nach rechts: Volker Ebeling – Senior Vice President New Energy, Supply & Infrastructure bei MB Energy, Nicolas Garnier – CEO von TEAL Mobility, Armelle Levieux – Group Vice President Innovation & Technology bei Air Liquide, Karin Rådström – Präsidentin und CEO von Daimler Truck, Steffen Bilger – Bundesminister für Verkehr, Hiroki Nakajima – Executive Vice President der Toyota Motor Corporation, Martin Lundstedt – Präsident und CEO der Volvo Group, Markus Heyn – stellvertretender Vorsitzender der Robert Bosch GmbH sowie Vorsitzender und CEO von Bosch Mobility, und Antoine Tournand – Vice President für Wasserstoff- und Gasmobilität bei TotalEnergies

Die Volvo Group, Daimler Truck, die Toyota Motor Corporation, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy haben auf der IAA Transportation 2026 in Hannover ihre Pläne vorgestellt, die Einführung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen in ganz Europa zu beschleunigen. Zum ersten Mal in Europa wurden alle Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz von Wasserstoff-Lkw bis 2030 geschaffen, angetrieben von den deutschen Behörden und den führenden europäischen Industrieunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ausgehend vom deutschen Umsetzungsmodell als praktischer Grundlage erfordert die Ausweitung dieser Lösungen auf den gesamten Kontinent eine abgestimmte Unterstützung durch die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission, um langfristige Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

Ausgehend von der gemeinsamen Überzeugung, dass Wasserstoff eine wichtige Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen bei der Erreichung der Dekarbonisierungsziele der EU darstellt, bündeln führende Unternehmen der Branche ihre Kräfte, um historische Engpässe zu überwinden – insbesondere im Lkw-Einsatz, wo grosse Reichweiten, hohe Nutzlasten, schnelles Betanken und betriebliche Flexibilität gefragt sind. Bei Daimler Truck haben Kunden mit Brennstoffzellen-Lkw fast 600’000 Kilometer zurückgelegt. Als nächsten Schritt plant das Unternehmen, ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation im Kundenbetrieb einzusetzen. Parallel dazu werden die ersten Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor für die Markteinführung im nächsten Jahr vorbereitet. Insgesamt investiert das Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich in Wasserstoff-Lkw. Die Volvo Group baut ihr Wasserstoffportfolio ebenfalls aus und investiert erhebliche Summen in Wasserstoffantriebslösungen wie Lkw mit Brennstoffzellen- und Wasserstoffverbrennungsmotoren, um diese bis etwa 2030 auf den Markt zu bringen. Toyota wird als Technologiepartner an dem Projekt teilnehmen und den Ausbau der Wasserstoffmobilität unterstützen. Dabei stützt sich das Unternehmen auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung von Brennstoffzellensystemen, während Bosch wichtige Fahrzeugkomponenten für gasförmigen Wasserstoff liefert – dessen Brennstoffzellensystem sich bereits auf mehr als 30 Millionen Kilometern im Strassenverkehr bewährt hat – sowie bahnbrechende Betankungstechnologien sowohl für flüssigen als auch für gasförmigen Wasserstoff.

Im Bereich Energie und Infrastruktur arbeiten die Volvo Group und Daimler Truck eng mit Energieunternehmen und Wasserstofflieferanten wie Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy sowie mit Einzelhandelsanbietern wie MB Energy und TEAL Mobility (einem 50:50-Joint-Venture zwischen TotalEnergies und Air Liquide, das unter der Marke TotalEnergies firmiert) zusammen. Diese Akteure setzen ihre jeweiligen Kapazitäten ein, um die Lieferketten für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff auszubauen. Durch ihre Investitionen in die Infrastruktur treiben sie den Ausbau von Tankstellen mit hoher Kapazität und hohem Durchsatz voran, an denen täglich bis zu 100 Lkw betankt werden können. Zudem nutzen sie Synergien mit der schnell wachsenden industriellen Produktion von erneuerbarem Wasserstoff, die durch die Umsetzung der europäischen RED-III-Richtlinie vorangetrieben wird. Um Flottenbetreiber zur Umstellung auf Wasserstoff zu bewegen, ist es unerlässlich, dass die Kosten mit denen von Diesel konkurrieren können. Entscheidend ist, dass dies durch die Kombination von Massnahmen der deutschen Regierung mit der Zusammenarbeit der Industrie mithilfe von drei zentralen Hebeln ermöglicht wird:

  • Senkung der Lkw-Kosten durch Anreize und Serienfertigung

  • Erreichen eines mit Diesel konkurrenzfähigen Preises für Wasserstoff an der Tankstelle durch eine wettbewerbsfähigere Wasserstoff-Lieferkette und Mechanismen zur Zuteilung von Treibhausgasquoten

  • Bereitstellung von betrieblichen Anreizen wie gebührenfreie Nutzung für emissionsfreie Fahrzeuge für Flottenbetreiber

Der Markt passt sich diesen Bedingungen an. Die jüngsten Anträge im Rahmen des deutschen Förderprogramms «NOW» waren überzeichnet: Industrieunternehmen beantragten mehr als 70 Hochleistungsladestationen und 800 Schwerlast-Lkw, was die starke kommerzielle Nachfrage aus dem Logistiksektor bestätigt.

Während Deutschland als operativer Ausgangspunkt dient und damit zeigt, wie Massnahmen der Industrie und gezielte staatliche Unterstützung die Marktentwicklung beschleunigen können, fordern die führenden Vertreter der Branche strategische Massnahmen – unterstützt von den nationalen Regierungen und der Europäischen Kommission –, um dieses Modell auf kontinentaler Ebene zu übertragen.

Zu diesen Massnahmen gehören der Ausbau der Infrastruktur durch abgestimmte Förderaufrufe für Tankstellen und Fahrzeuge, um die Ziele der «Alternative Fuels Infrastructure Regulation» (AFIR) zu erreichen; die Stärkung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Wasserstoff durch pragmatische, harmonisierte Mechanismen für Gutschriften für erneuerbare Kraftstoffe und Anreize bei Mautgebühren; sowie die gemeinsame Risikominimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Produktion und Verflüssigung bis hin zum Endvertrieb und zum Fahrzeugbetrieb.

Diese Kombination aus industrieller Umsetzung und einem soliden politischen Rahmen bildet die Grundlage, die erforderlich ist, um den emissionsfreien Güterverkehr auszuweiten und gleichzeitig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, die Energieversorgungssicherheit und die Beschäftigung in Europa zu stärken sowie die Emissionen im Güterverkehr zu senken.